Warum Events wie das ‘Dinner in the Dark’ ein Geniestreich sind

Samstagabend, wohin gehen? – Die einen oder anderen wird es zum Lieblingsgriechen oder Lieblingsitaliener um die Ecke verschlagen. Andere suchen die Nobelrestaurants der Stadt auf und lassen es sich einmal so richtig gut gehen. Und wieder andere suchen nach dem besonderen Erlebnis, das zum Beispiel das ‘Dinner in the Dark’ bietet. Ein Abendessen in absoluter Dunkelheit, das bei genauerem Hinsehen ein Geniestreich ist.

Ein Restaurant, in dem das Auge nicht mitisst

Das ‘Dinner in the Dark’ ist nicht nur das typische Restaurant, in dem man mit Aperitif am nett gedeckten Tisch platznimmt. Es ist mehr ein spannendes Selbstexperiment, bei dem der Platz in einem komplett verdunkelten Raum angeboten wird. Tageslicht ist hier passé, romantische Beleuchtung gibt es auch keine. Stattdessen findet sich der Gast orientierungslos an einem Tisch mit anderen Gästen zusammen und wird für die nächsten paar Stunden seinen Seh-Sinn verlieren. Er wird ein 4-Gänge-Menü zu sich nehmen, bei dem das Auge nicht mitisst. Wie das so ist, zeigt dieser Erfahrungsbericht in einem privaten Blog.

Das Wort ‘Selbstexperiment’ haben wir bewusst gewählt. Denn die Dunkelkomponente beim Essen ist nicht etwa einfach ein Effekt, den sonst kein anderer hat, sondern sie versetzt den Gast in die Welt eines Blinden, der sein Augenlicht verloren hat. Die Gäste können hautnah erleben, wie es ist, nichts mehr sehen zu können und sich lediglich über einen Blindenstock und die restlichen Sinne orientieren zu können – und zwar im Rahmen einer ganz alltäglichen Sache: dem Abendbrot.

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Blinde Guides übernehmen das Abendprogramm

Die zweite Besonderheit beim ‘Dinner in the Dark’ ist, dass nicht nur der Gast selbst orientierungslos und blind scheint, sondern dass sämtliche Guides und Bedienungen während des Abend tatsächlich blind oder sehbehindert sind. Dass die Bedienungen Nachtsichtgeräte tragen oder ähnliches, ist also ein Trugschluss. Hier ist dann der Punkt erreicht, bei dem das Dinner zu einem Geniestreich wird.

Auf der einen Seite kann sich niemand vorstellen, wie es wirklich ist, in einer fremden Umgebung blind zu sein und etwa das Abendessen so zu sich zu nehmen. Auf der anderen Seite finden Blinde hier eine Arbeit und finden sich in einer tragenden Rolle des Abends wieder, das äußerst wertvoll für das oft eingeschränkte Selbstwertgefühl sein dürfte. Es ist deshalb eine große Empfehlung wert, das ‘Dinner in the Dark’ in einer der großen Städte zu entdecken. Alternativ zum Abendessen im Dunkeln gibt es übrigens auch das ‘Brunch im Stillen’, bei dem die Taubheit im alltäglichen Leben simuliert werden kann.