Übernahme eines insolventen Betriebes – So läuft der Kauf ab

Nicht nur in der Industrie und Wirtschaft, sondern auch in der Gastronomie gibt es zahlreiche Betriebe, die sich aufgrund verschiedener Faktoren nicht halten können. Für Investoren mit einem passenden Konzept können insolvente Unternehmen jedoch eine Chance darstellen.

insolventen-Betriebes
©istock.com/Heiko119

Insolvente Firmen finden sich relativ schnell. Ist erst einmal das passende Objekt gefunden, geht es an den Kauf. Hier gibt es mehrere Optionen, die in Frage kommen.

Der Asset Deal

Für die Übernahme eines Unternehmens aus der Insolvenz gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten. Mit dem sogenannten Asset Deal wird der Betrieb des insolventen Unternehmens eingestellt. Der Käufer des Objektes führt nach der Übernahme ein neues Unternehmen, das mit einer erfolgreicheren Strategie wiedereröffnet werden kann.

insolventen-Betriebes1
©istock.com/MikeEntertainment
Beim Asset Deal werden die wesentlichen Vermögensgüter eines Unternehmens verkauft. Die gezahlte Summe des Käufers wird in die Insolvenzmasse eingespeist und unter den Gläubigern verteilt. Wenn der Erlös den insolventen Unternehmensträger entschuldet, wird von einer übertragenden Sanierung gesprochen.

Der Share Deal

Die zweite Möglichkeit zum Kauf eines insolventen Unternehmens besteht im sogenannten Share Deal. Hierbei ist es für den Käufer wichtig, dass es sich um ein immer noch laufendes Geschäft handelt.
Denn bei einem Share Deal wird das Unternehmen durch den insolventen Unternehmensträger weitergeführt. Der Investor stellt einen Sanierungsplan sowie finanzielle Mittel zur Entschuldung zusammen und erhält als Gegenleistung die Anteile der Firma.

Vor dem Kauf das Objekt prüfen

Vor dem Kauf eines insolventen Unternehmens gilt es, das zu erwerbenden Objekt unbedingt auf die wirtschaftliche Situation zu untersuchen und den genauen Grund für die Insolvenz zu ermitteln. Um die nötigen Informationen zu erhalten, kann Kontakt mit dem Insolvenzverwalter aufgenommen werden. Außerdem muss eine unverbindliche Interessenbekundung geäußert werden.
Infolge der Interessenbekundung wird vom Insolvenzverwalter anhand der vorhandenen Daten und Informationen das Zielobjekt überprüft. Die Anzahl und Länge der Prüfphasen hängen von der Größe des Objekts ab. Im Anschluss wird ein erstes Angebot für den Kaufpreis zur Verfügung gestellt.

insolventen-Betriebes2
©istock.com/alfexe

Der Abschluss des Kaufprozesses

Im Anschluss an die Angebotsphase werden mit den Höchstbietenden abschließende Verhandlungen geführt. Hier wird nicht nur der finale Preis verhandelt, sondern auch die Finanzierung und die Gewährleistung des Käufers.
Der Abschluss des Erwerbs erfolgt nur unter Zustimmung aller Insolvenzorgane, also dem Insolvenzverwalter, den Gerichten und dem Gläubigerausschuss. Dabei wird auch geprüft, ob durch den Erwerb der Geschäftsanteile im Anschluss eine Monopolstellung seitens des Käufers besteht.

Schon vor dem Kauf sollten mithilfe von rechtlichem Beistand die Erfordernisse nach Fusionskontroll-. Kartell- und Marktmissbrauchsrecht geprüft werden. Auch bei den zu übernehmenden Mitarbeitern sollten vorab die rechtlichen Bedingungen geklärt sein.