Frankfurt geht aus! 2017

Heute ist die 28. Edition des großen Frankfurter Restaurantführers FRANKFURT GEHT AUS! mit einer Druckauflage von 55.000 Exemplaren erschienen. Die Tester haben auch in diesem Jahr wieder Hunderte Restaurants besucht und bewertet. Nur die besten Lokale kommen auch ins Heft, übersichtlich rubriziert in Top-Listen für jeden Anlass und Geldbeutel. Und natürlich hat die Redaktion auch […]

Heute ist die 28. Edition des großen Frankfurter Restaurantführers FRANKFURT GEHT AUS! mit einer Druckauflage von 55.000 Exemplaren erschienen. Die Tester haben auch in diesem Jahr wieder Hunderte Restaurants besucht und bewertet. Nur die besten Lokale kommen auch ins Heft, übersichtlich rubriziert in Top-Listen für jeden Anlass und Geldbeutel. Und natürlich hat die Redaktion auch wieder einige Restaurants gefunden, um die man besser einen großen Bogen macht – seien Sie gespannt auf die Flops des Jahres!

Ebenfalls am 1. Juli stehen die neuen Top-Listen und Kritiken auch für die Nutzer der GEHT AUS!- App zur Verfügung. Wer die App schon hat, muss sie nur starten – das neue Heft lädt automatisch. Wer sie noch nicht hat, wird in Apples App-Store oder im Google Play Android Store fündig. Achtung: Käufer der neuen Print-Ausgabe sparen über 70 Prozent beim App-Kauf, wenn sie den Gutscheincode im Heft nutzen.

Früher waren sie Investment-Banker, People-Fotografen, Juristen und Co., heute stehen sie in ihren eigenen Restaurants und braten Pfannkuchen oder brühen Kaffee für ihre Gäste – und sind so glücklich wie nie zuvor. Warum immer mehr Frankfurter ihren gut bezahlten Job aufgeben und als Quereinsteiger in der Gastronomie arbeiten, diese Frage wird in der Titelgeschichte beantwortet. Mit dabei: Mathias Stalter von The Holy Cross Brewing Society, Lucia Mayas und Sarah Steffen von Beste Freunde, Ammar Naji von Eat fit und Ralph Weiß von Baltique.

Autogrammjäger aufgepasst! Auch Frankfurter Persönlichkeiten wie Oberbürgermeister Peter Feldmann oder FFH-Moderatorin Evren Gezer gehen gern in der Mainmetropole essen und verraten exklusiv in FRANKFURT GEHT AUS!, welche ihre Lieblings-Restaurants sind und was sie an der Frankfurter Gastronomielandschaft schätzen.

Außerdem im Heft: Mit ihrem neuen Kurs führt die Genussakademie die Kurs- Teilnehmer hinter die Kulissen von FRAKNFURT GEHT AUS! und zeigt, wie Restauranttester arbeiten, natürlich dürfen auch die spannendsten Event-Locations für private Feierlichkeiten nicht fehlen, und die Frankfurter Stadtevents stellen ihre neuesten kulinarischen Führungen vor. Für alle, die selbst gern kochen, liegt dem neuen FRANKFURT GEHT AUS! als Zugabe außerdem die neue Ausgabe des GENUSS- MAGAZINS als Heft im Heft bei mit dem kompletten Programm der Genussakademie, der erfolgreichsten Kochschule der Region.

Alles in allem wieder ein rundes Heft, das übersichtlich von A-Z, von Top bis Flop für die nächsten 12 Monate einen sicheren und vor allem genussvollen Restaurantbesuch garantiert!

Die Restaurants
Mit über 300 empfehlenswerten Adressen ist das komplette Spektrum der Frankfurter Gastronomielandschaft vertreten – von exklusiven Gourmet-Tempeln über exotische Geheimtipps bis hin zu brodelnden Szene-Bars, die man nur findet, wenn man ganz genau weiß, wo man klingeln muss. Jeder Geschmack und jeder Geldbeutel wird dabei in den verschiedenen Top-Listen berücksichtigt – gut essen gehen war noch nie so einfach!

Für die Tester gelten dabei natürlich strenge Regeln: Alle Restaurants werden anonym getestet, alle Rechnungen selbst bezahlt. Die Auswahl und Bewertung der Restaurants durch die Redaktion erfolgt ausschließlich aufgrund ihrer Qualität, und im Falle eines Flops wurden die schlechten Küchenleistungen durch die Besuche mehrerer unterschiedlicher Tester an verschiedenen Tagen bestätigt.

Die Trendküche der Stunde kommt definitiv aus Peru! Gleich mehrere Restaurants dieser Landesküche haben im vergangenen Jahr eröffnet und den Frankfurtern das Nationalgericht Ceviche nähergebracht. Die beste Adresse dafür heißt La Cevi am Merianplatz – und springt direkt auf Platz 1 der neuen Top 5 Lateinamerika!

Die Frankfurter treffen sich gern zum Essen und zum Sehen-und-gesehen-werden, und entsprechend groß ist das Angebot in der Stadt – mittlerweile zu groß, um in einer einzigen Top 10 abgebildet zu werden. Ab sofort gibt es deshalb zwei Top 10: Eat & Meet Deluxe für Restaurants mit innovativer Küche und richtungsweisendem Ambiente, und Eat & Meet Hot Spots für etwas entspanntere und preisgünstigere, nichtsdestotrotz kreative Restaurantkonzepte. Der Spitzenreiter in der Deluxe-Klasse ist das Moriki in den Türmen der Deutschen Bank, dicht gefolgt vom Papa Enj am Opernplatz. Die Kategorie der Hot Spots wird angeführt vom Walon & Rosetti im Bahnhofsviertel, auf Platz 2 das neue eatDOORI, das auf der Kaiserstraße die indische Küche modern interpretiert.

Der Titel der spannendsten Neueröffnung gebührt in diesem Jahr jedoch dem Breeze by Lebua im Frankfurter Hof, einer Filiale des gleichnamigen Restaurants in Bangkok. Asian Fusion Food auf Fine- Dining-Niveau steht hier auf dem Programm – eine spannende kulinarische Reise durch China und Thailand, Malaysia, Vietnam und Japan. Mit seinem originellen Sonntagsbrunch-Konzept kann das Breeze überdies zugleich die Pole-Position in der Top 5 Brunch für sich beanspruchen.

Und wer ist dieses Mal der beste Koch der Stadt? Erneut liefern sich die beiden Chefköche der Tiger & Palmen GmbH ein Kopf-an-Kopf-Rennen auf der Exklusiv-Liste, das Andreas Krolik mit dem Lafleur im Palmengarten für sich entscheidet. Die Tester erlebten hier den besten kulinarischen Abend seit Jahren und nennen Krolik einen der ganz großen Köche unserer Zeit. Doch auch vom Tigerpalast und Christoph Rainer gibt es nur erfreuliches zu berichten – bis auf die Tatsache, dass das Restaurant diesmal besonders früh in die Sommerpause gestartet ist. Platz 2 für den Tiger!

JOURNAL-FRANKFURT
© JOURNAL FRANKFURT

Auf Platz 3 und 4 liefern sich ebenfalls zwei Kollegen einen kulinarischen Wettstreit, bei dem der Gast eindeutig der Gewinner ist, denn so innovativ und vergleichsweise günstig isst man nirgendwo in Deutschland. Sowohl das Weinsinn auf der Fürstenbergerstraße als auch das neuere Gustav auf dem Reuterweg werden vom Ehepaar Scheiber betrieben und beide Lokale stehen für moderne Bistronomics- Küche, also schnörkellosen Genuss zu angemessenen Preisen. Während Jochim Busch im Gustav dabei die Nova-Regio-Küche wiederaufleben lässt und damit diesmal die Nase vorn hat, schöpft André Rickert im Weinsinn aus dem Vollen. Qualitätsunterschiede sind hier nur marginal – interessierte Feinschmecker sollten definitiv beide besuchen!

Noch vor dem Klassiker Erno’s Bistro konnte sich in diesem Jahr Jan Hoffmann vom Seven Swans platzieren – eines der ganz großen Talente der Stadt, das schon unter Juan Amador gearbeitet hat und gerade dabei ist, seine kulinarische Handschrift auszureifen; der Tester spricht von einer kulinarischen Abenteuerreise. Auf den Plätzen 7 bis 10 folgen das Restaurant Francais von Patrick Bittner, die Villa Merton von André Großfeld, Mario Lohningers Stammhaus an der Schweizer Straße und Thomas Haus’ Goldman Restaurant an der Hanauer Landstraße.

Frankfurt geht aus! – Die Flops

Die Tester von FRANKFURT GEHT AUS! haben aber auch in diesem Jahr nicht nur gute Erfahrungen gemacht. Die schlimmsten zehn davon – durch mehrmalige Besuche bestätigt –, finden sich auf der Flop- Liste. Besuch auf eigene Gefahr!

Früher gehöre das Suvadee in der Steinwegpassage zu den besten Thai-Restaurants, heute kann man bei fast jedem Thai-Imbiss besser essen – und das zu einem Drittel des Preises. Wer sich hier an den Tisch setzt, bekommt zum Beispiel einen Rindfleischsalat, bei dem die gummiartigen Fleischscheiben und die mehr als ungenügend zerkleinerten Schalotten nur das zweitgrößte Problem darstellen, denn die Marinade schmeckt, als sei dem Koch die Sojasaucen-Flasche aus der Hand gefallen – so salzig und überwürzt, dass sich die Lippen zusammenziehen.

Auch das indisch-sri-lankische Restaurant Himalajahaus in Sindlingen gehörte einmal zu den Top- Restaurants der Stadt, hat seine Glanzzeiten aber definitiv hinter sich. Beim Pakora ist das Gemüse unter seiner Knusperschicht teilweise roh, teilweise so gut wie roh, die beiden bestellten Hauptgerichte schmecken gleichsam fad. Trauriger Höhepunkt ist das Eis zum Schluss, das nicht nur voller Eiskristalle steckt, sondern sich seltsam weich und pelzig auf der Zunge anfühlt.

Ein Restaurant, bei dem Anspruch und Wirklichkeit weit auseinanderklaffen, ist der Edel-Italiener Volare im Europaviertel. Das Pils kommt im Rotweinglas, der Wein wiederum schmeckt herb und oxidiert. Weder die pappsüße Spaghetti Arrabiata noch das muffige Thunfischsteak sind so, wie sie sein sollen, als Beilage gibt es verkochtes, schlabberiges Gemüseallerlei. Wenn’s dem Gast nicht schmeckt, gibt’s Ärger: Bei der Reklamation zeigt sich der Wirt uneinsichtig und fährt die Tester in einem Bundeswehrton an, dass sie es beinahe mit der Angst zu tun bekommen.

Ein großes Service-Problem hat auch der Szene-Treff Willie James in der Innenstadt. Die Kellner legen lieber eine Zigarettenpause nach der anderen ein oder zeigen sich gegenseitig Youtube-Videos, anstatt sich um die Gäste zu kümmern, während sich das schmutzige Geschirr auf den Tischen stapelt. Die Speisen – angebrannter Burger, labbrige ungewürzte Pommes, fades Risotto – passen ins Bild.

Ein Flop, wie er im Buche steht, ist das Wok Inn am Dornbusch. Die klebrige Oberfläche der Tische scheint schon lange keinen Lappen mehr gesehen zu haben, in der Ecke hat eine Spinne ein Netz gesponnen, in dem kleine schwarze Insekten-Kadaver hängen. Der traurige Höhepunkt des Testbesuchs ist die Ente, die sich zwischen dicken Fett-Stücken und in muffig riechendes Fritteusen-Öl getauchter Panade versteckt.

Essen, bis die Schwarte kracht, das ist das Motto im Büffet-Restaurant Mongol im Shopping-Center MyZeil. Für knapp 10 Euro steht mittags All you can eat auf dem Programm, was zwar günstig erscheint, für das Angebotene aber immer noch ziemlich überteuert ist. Die Tester berichteten unter anderem von totfrittierten Frühlingsrollen, die unter der Gabel zersplittern, farblosem Entenfleisch von wabbeliger Konsistenz und Hühnchen, das nach Fisch schmeckt.
Ein Shopping-Päuschen mit asiatischem Essen ist auch im Nordwestzentrum keine gute Idee. Im Thang Long schmeckt die Tom Yam Gung wie Zitrusreiniger riecht, das Hühnchen ist weich wie Butter und steht geradezu in einer süß-sauren Sauce, die derart mit Zucker gesättigt ist, dass sie fast schon als Gelee durchgeht. Das Ganze wird nur noch getoppt von fettdurchwachsenem Entenfleisch, das beim Erkalten immer mehr zusammenschrumpelt.

Man sollte meinen, dass bei einem Restaurant, das sich Meat Room nennt, die Zubereitung von Fleisch zur Kernkompetenz gehört, doch Fehlanzeige: Das Carpaccio entpuppt sich als wässrige Fleischlappen ohne jedes Aroma, das Rumpsteak ist an den Rändern ziemlich verkohlt, innen zäh und sehnig. Touristenfalle im Bahnhofsviertel!

Apropos Touristenfalle: Das Ludwigs am Flughafen präsentiert sich so bayrisch, wie das an einem internationalen Flughafen möglich ist, inklusive Bedienung im Dirndl. Der Brotzeitteller jedoch kommt mit einer halben (!) trockenen Brezel – Brot war wohl gerade aus. Die Spargelsuppe wird ohne Einlage, aber vollkommen überzuckert serviert, die Roulade ist ein verschmurgeltes Etwas, total matschig und ungenießbar. Ein schlechtes Aushängeschild für die deutsche Küche, zum Davonfliegen!

Eine wahre Heimsuchung erfolgt nach der Order beim Lieferservice Schnitzelhaus aus Bockenheim: Das Fleisch des Cordon bleu ist pappig und klebt an den Zähnen, die Sauce ist eine undefinierbare Pampe, die Kroketten schmecken wie Tiefkühlware. Ähnlich zufrieden waren die Tester mit dem durchgekohlten, rußigen Rumpsteak – hier hätte man eher eine Säge als ein Messer gebraucht.