Frankfurt geht aus 2012
22. Juni 2011 | Von Alexander Haensel | Kategorie: Magazine, NewsDie FRANKFURT GEHT AUS!-Tester wählten auch im 23. Jahr wieder nach strengen und objektiven Kriterien die Spitzen-Restaurants, besten Landesküchen, die angesagtesten Bars und Szene-Treffs sowie zahlreiche weitere Lokale aus. Alle Restaurants wurden selbstverständlich absolut geheim getestet, alle Rechnungen von den Testern selbst bezahlt.
Die Auswahl und Bewertung der Restaurants durch die Redaktion erfolgte ausschließlich aufgrund ihrer Qualität!
Auch dieses Mal war das Rennen um die Spitzenplätze ausgesprochen spannend und der Abstand im Ziel dementsprechend knapp. Denn die stilistischen Unterschiede der einzelnen Küchenchefs treten immer klarer Zutage, während man sich qualitativ kaum eine Blöße gibt. Die besten drei Küchenchefs der Mainmetropole dokumentieren mit ihrer Leistung, dass sich die Kochkunst in Frankfurt immer noch klar im Aufwind befindet. Primus inter pares war auch in diesem Jahr Mathias Schmidt, der mit seinem neuen kulinarischen Konzept, ausschließlich regionale Produkte zu verarbeiten, für reichlich Gesprächsstoff sorgte. Spürbar vom derzeit besten Koch der Welt René Redzepi inspiriert bricht hier „eine junge, hungrige Mannschaft zu neuen Ufern auf“, wie es der Autor des Restauranttests treffend formuliert. Dabei muss man hier als Gast mit einigen Überraschungen rechnen, die das Redaktionsteam jedoch derart begeistern konnten, dass die Villa Merton schließlich auch im Jahr 2012 auf dem ersten Platz der begehrten Liste steht.

(c) Bern Kammerer
Bei Mario Lohninger vom „ewigen Zweiten“ zu sprechen wäre nicht nur unfair gegenüber seinen herausragenden kulinarischen Leistungen, sondern würde auch den ersten Platz seines Restaurant Micro in der Liste „Frankfurts feine Küche“ sowie weitere Bestnoten für sein Restaurant Lohninger aus dem letzten Jahr ignorieren. Aufgrund der Tatsache, dass Mathias Schmidt derzeit einen hauchdünnen kreativen Vorsprung hat, entschloss sich das Redaktionsteam, das Silk auch dieses Mal auf dem zweiten Rang zu belassen. Im letzten Jahr noch auf dem vierten Platz gelistet, ist das Restaurant Français mit Küchenchef Patrick Bittner nun endlich wieder unter den besten drei Restaurants der Stadt angekommen. Der Marathonmann unter Frankfurts Köchen konnte mit einem klassisch harmonischen Menü überzeugen, das zwar inhaltliche Fragen aufwarf, in Qualität und Umsetzung jedoch begeisterte.
Wieder aufwärts ging es mit Thomas Haus, der gleich drei Plätze nach oben gut machen konnte und mit dem Goldman nun den vierten Platz belegt. Der Service in Ernos Bistro gab dem Tester diesmal viele Rätsel auf, doch das soll die auch diesmal wieder hervorragende Leistung der Küche nicht schmälern – einen Platz nach oben und somit Rang 5 für einen der großen Klassiker der Stadt.
Aus den Niederungen Frankfurter Kochkunst gibt es leider viel Unerfreuliches zu berichten. Als besonders schockierend empfanden viele Tester das kulinarische Niveau in der „Guten Stube“ Frankfurts: Diesmal trieb das Restaurant „Zum Standesämtchen“ den Testern mit verdorbener Grüner Soße, strohtrockenem Filetsteak und weiteren Gerichten in miserabler Qualität den Angstschweiß auf die Stirn. Auch an einem anderen Hotspot der Stadt wurden die kritischen Testesser fündig: Gegenüber der Alten Oper, monierten sie im KuBu, unter anderem muffig schmeckende Jakobsmuscheln, in Öl ertränkte und matschige Antipasti, scharfe Glibbersoße mit künstlicher Süßnote zu Ente in Imbissqualität und völlig versalzene Königsberger Klopse. Nicht besser erging es den Besuchern des Ranch and Sea, das im letzten Jahr noch in der Bestenliste stand, dieses Mal aber mit fadem Steak, matschigem Minispargel, durchgebratenem Thunfisch und weiteren Mängeln auf die Liste der Flops gelangte. Eine „teure Havarie“ erlebten die Tester im Lucullus am Westhafen, dem sie nach zähem Fleisch, wässrigem Fisch und muffig schmeckenden Garnelen konstatierten, dass diese Leistung alles andere als lukullisch sei.
Das im brandneuen Ginyuu servierte Essen fand ebenfalls wenig Anklang, denn wenn ein Menü von versalzener Suppe über verkochte Nudeln mit trocken-öligem Hackfleisch bis zu einem Käsekuchen reicht, der im Duft eher an Harzer denn an Frischkäse erinnert, dann führt das nach wiederholten erfolglosen Versuchen, hier etwas Vernünftiges serviert zu bekommen, ebenfalls zu einer Platzierung unter den 10 schlechtesten Restaurants der Stadt. Eine Neueröffnung, die keiner braucht. Starke Nerven brauchten die Tester im Hotel Rüth, wo beispielsweise rohes Fleisch auf dem Teller oder Schnitzel mit flüssiger Panade und Bröseln darauf für reichlich Ungemach sorgten. Das Bristol, bis vor kurzem noch eine der wenigen zuverlässigen Locations für kulinarisch anspruchsvolle Nachtschwärmer, brachte es mehrfach nicht fertig, die angebotenen Speisen warm zu servieren – von deren Zubereitung ganz zu Schweigen. Im Leon Garcias am Main wiederum wurde die spanische Kochtradition ad absurdum geführt, während man im Sapa Sushi nicht nur intensiv nach altem Fisch riechendes Sushi servierte, sondern auch mit außergewöhnlich schlechten Suppenkreationen entgeisterte. Schließlich konnte auch der netteste Service nicht über die katastrophale Leistung der Küche im Darling hinwegtäuschen – harte Zeiten für unsere Tester.
Gute Tradition sind auch die kulinarischen Tipps prominenter Frankfurter, die in ganz persönlichen Worten ihre Lieblingslokale beschreiben. Wie immer ist die ganze Bandbreite vertreten: von den exklusiven Frankfurter Gourmet-Tempeln über exotische Geheimtipps bis zur besten Pizzeria. Jeder Geschmack und jeder Geldbeutel wurden dabei berücksichtigt. Die Rubrik „Genuss weltweit“ stellt auch diesmal wieder die besten Landesküchen vor – darunter auch jene, die in der Stadt kulinarisch nicht stark vertreten aber für neugierige Genießer dennoch hochinteressant sind.
Auch in der 2012er Ausgabe wurden wieder die schwarzen Schafe des letzten Jahres einem ausführlichen Nachtest unterzogen – mit teilweise erfreulichen Ergebnissen: Das Buzzano schaffte den Sprung direkt in die Toplisten und die große Enttäuschung unter den Neueröffnungen des letzten Jahres, das aufwändig restaurierte Druckwasserwerk, schoss mit einem Jahr Verspätung und unter neuer Leitung sogar auf den begehrten Platz 1 der „In-Places“. Von Flop auf 1 ist eine kleine Sensation – und wir gratulieren den neuen Besitzern. Immerhin etwas besser kocht man jetzt im 21. Jahrhundert, während man beispielsweise im Försters oder dem Namaste India nichts hinzugelernt hat und unsere Tester erneut gequält nach Hause gehen mussten.
Nachdem die erstmalig durchgeführte Testreihe bei Frankfurter Lieferservicebetrieben im letzten Heft großen Anklang gefunden hat, hat sich das Thema nun als neue Top 10-Liste fest im Heft etabliert. So finden Büroangestellte und all jene, die keine Lust auf einen Restaurantbesuch haben, jetzt schnell und übersichtlich die besten Lieferanten der Stadt mit präzise aufgeführtem Liefergebiet.
Außerdem berichtet ein Tester über seine ersten Erfahrungen als Testesser für FRANKFURT GEHT AUS, die Redaktion stellt sich die berechtigte Frage, welche Frankfurter Köche eigentlich noch wirklich innovativ kochen – und gibt natürlich auch gleich die passenden Antworten! Geschmackvoll abgerundet wird FRANKFURT GEHT AUS! auch in diesem Jahr mit den schönsten Festplätzen für die ganz private Feier – ein Heft, prallvoll mit Genuss für ein ganzes Jahr!
Die FRANKFURT GEHT AUS! -Tester wählten auch im 22. Jahr wieder nach strengen und objektiven Kriterien die Spitzen-Restaurants, besten Landesküchen, die angesagtesten Bars und Szene-Treffs sowie zahlreiche weitere Lokale aus. Alle Restaurants wurden selbstverständlich absolut geheim getestet, alle Rechnungen von den Testern selbst bezahlt. Die Auswahl und Bewertung der Restaurants durch die Redaktion erfolgte ausschliesslich...
Das Magazin „Frankfurt geht aus!“ wählt die „VILLA MERTON im Union International Club“ wieder einmal auf Platz 1 in der Kategorie „Frankfurt exklusiv“.
„Zum sechsten Mal in nun acht Jahren haben die Tester des renommierten Magazins die Villa Merton an die Spitze als bestes Restaurant Frankfurts gewählt. Ich bin sehr stolz auf Matthias Schmidt,...
Kulinarische Verheißungen: Marcellino’s wird noch sexier!
Wo sind die raffiniertesten Places to be? Marcellino’s hat die Locations mit den kreativsten Köstlichkeiten in appetitlichen Probierportionen gesucht und gefunden. Die Leidenschaftlichsten wurden in der Kategorie „Sexy Food“ nominiert, die Online-Community hat abgestimmt. Die Ergebnisse sind nachzulesen in der neuen Ausgabe von Marcellino’s Restaurant Report Frankfurt 2.0 – Edition...
Als einziges Restaurant in Frankfurt wurde das Gourmet-Restaurant Français im Steigenberger Frankfurter Hof vom Restaurant-Guide „Der Feinschmecker Reisetipps – Die besten Restaurants 2011/2012 “ mit vier „F“ ausgezeichnet.
Foto: Gourmet-Restaurant Français im Steigenberger Frankfurter Hof
Das Gourmet-Restaurant Français ist das beste Restaurant Frankfurts. Das findet der renommierte Restaurantführer „Der Feinschmecker Reisetipps − Die besten Restaurants“ und...
Das dänische Restaurant Noma wurde gestern Abend in London zum S.Pellegrino World’s Best Restaurant 2011 in der jährlichen Liste der S.Pellegrino World’s 50 Best Restaurants gekürt. Damit gewann das Restaurant von René Redzepi zum zweiten Mal in Folge die jährliche Preisverleihung, deren Trophäen weithin als „Oskar“ der Gastronomie gelten. Dies reflektiert die nachhaltige Begeisterung über...